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Was würdest du tun, wenn du durch die Zeit reisen könntest?

Der dreizehnjährigen Svenja bietet sich eines Tages die Möglichkeit, ein solches Abenteuer mit Hilfe einer Zeitmaschine,  Wirklichkeit werden zu lassen. Doch anstatt die Wunder der Zukunft und die Mythen der Vergangenheit zu ergründen, hat Svenja nur ein Ziel vor Augen:
Gemeinsam mit ihrem Freund Benjamin will sie in der Zeit zurück reisen, um den Tod ihrer Mutter zu verhindern. Nach einer vermeintlichen Reise durch Raum und Zeit, befinden sie sich an einem Ort, den sie so nicht erwartet hatten...

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Prolog

Wenn ein Teil der Seele getötet wird, ist man dann seelenlos? Kann man eigentlich eine Seele töten und gleichzeitig leben? Kann man Gut und Böse trennen?
Benjamin saß auf einem Hügel. Zwischen seinen Fingern rieb er einen getrockneten Grashalm.

Er starrte in die Ferne, wo er die Silhouette eines Mädchens auf einem Pferd erkannte; Svenja. Sie wollte ein letztes Mal auf Seelenheil, das wohl ungewöhnlichste Pferd, das Benjamin je gesehen hatte, ausreiten. Svenja wollte sich von dieser Welt, in der sie die letzten Wochen verbracht hatten, verabschieden.
Benjamin hatte den Augenblick genutzt, um sich zurück zu ziehen, und um ein wenig nachzudenken. Wie lange waren sie nun schon hier? Er hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Zumal er die meiste Zeit ihrer Anwesenheit in dieser Welt bewusstlos war, und ein Teil von ihm die Herrschaft dieser sonderbaren Welt an sich gerissen hatte. Bei dem Gedanken daran, schüttelte Benjamin den Kopf. Fast hätte er über sich gelacht. Weltherrschaft… ER?! Alles was er immer wollte, war bei Svenja zu sein. Svenja, die nun so viele neue Freunde hatte. Freunde, die schon lange das zeitliche gesegnet hatten, Freunde, die sie bald wieder verlieren würde, sobald sie diese Welt verließen.
Er stand auf und verzog schmerzhaft das Gesicht. So ganz waren die Spuren seiner bewusstlosen Gefangenschaft noch nicht verschwunden. Wie mochte sich Svenja da nur fühlen? Sie hatte immerhin einen Krieg angeführt. Einen Krieg gegen ihn.
Benjamin biss sich auf die Lippen. Es war doch kein Krieg gegen ihn, fuhr er sich gedanklich an. Es war ein Krieg gegen das Böse. Das Böse was Svenja, gemeinsam mit ihren neuen Freunden, besiegt hatten.
Gerade wollte er seiner Freundin entgegen eilen, da war Leo schneller. Schwungvoll hob er sie vom Pferd und schloss sie in die Arme. Normalerweise hätte ihn ein solcher Anblick geschmerzt; Svenja in den Armen eines Anderen. Aber abgesehen davon, dass Leo kein wirklicher Konkurrent war, da er glücklich in Tamina verliebt und zudem seit Hunderten von Jahren tot war, störte es ihn nicht. Irgendetwas in seinem Inneren hatte sich verändert. Etwas, was er aber weder beschreiben, noch verstehen konnte. Benjamin wollte sich über Svenjas Rückkehr freuen. Sie mit seiner gewohnten Heiterkeit begrüßen, doch er spürte keine Heiterkeit. Er spürte auch keine Freude; und er spürte keine Liebe für Svenja. Ja, natürlich er „mochte“ sie. Doch er mochte auch Amira, Leo und die anderen. All dies war oberflächlich. Seit er aufgewacht war, suchte er vergeblich nach einem intensiven Gefühl. Einen Impuls, der ihm signalisierte, dass er noch lebte. So sehr er sich auch bemühte; die erhoffte Gefühlsregung trat nicht ein. Benjamin legte eine Hand auf sein gleichmäßig schlagendes Herz. Er lebte, auch wenn seine Seele ihn offenbar verlassen hatte.

Als ich damals meine kleine Geschichte von Svenja schrieb, habe ich nicht im Traum daran gedacht, was man alle beachten muss, sollte es einmal als Buch heraus kommen.
Von jedem Buch muss man zwei Exemplare an die deutsche Nationalbibliothek schicken. Einmal nach Frankfurt und einmal nach Leipzig. Und das auf eigene Kosten.
Natürlich ehrt es mich, dass meine Bücher in einer solchen Bibliothek stehen. ..

So habe ich also gestern gegen 22:30 Uhr zwei Büchersendungen fertig gemacht und es an die jeweiligen Empfänger geschickt.
Wer also einen Spaziergang durch Frankfurt oder durch Leipzig macht und einmal einen Blick in mein Buch werfen will, der kann das in den deutschen Nationalbibliotheken tun.

Wer hätte das gedacht? Ich am aller wenigsten. Die Hälfte meiner Bücher sind nach drei Wochen Verkaufszeit weg.
So viele Leute haben mein Buch schon gekauft und lesen meine Gedanken und Vorstellungen.
Es ist ein komisches Gefühl, denn ich habe bisher noch nicht ein Feedback bekommen, wie es ankommt.
Aber eines ist sehr sonderbar: Der größte Teil ging nicht an Jugendliche, sondern an Erwachsene.

Ist es nicht merkwürdig? Man hat schon Grundrisse von einem Buch im Kopf. Eigentlich habe ich das alles schon seit Jahren. Dann beginne ich mit dem Schreiben und alles wird wieder einmal anders. Alles ergibt einen Sinn. Kleine Details, an die ich zuvor gar nicht gedacht habe, werden noch einmal rausgesucht und ergeben einen wichtigen Sinn. Am liebsten würde ich drauf los spinnen, aber ich muss mich ein wenig bremsen. Ich würde gerne wissen, wie das eine oder andere ankommt. Welche Charaktere werden gemocht und welche nicht? Natürlich schreibe ich das Buch  in erster Linie für mich, doch wenn man weiß, welche Figur gut rüber kommt und welche nicht, kann man das entweder weiter ausbauen oder es auch sein lassen.
Viele neue Figuren werden im zweiten Teil auftauchen und Verbindungen, die man gar nicht erartet hätte, werden sichtbar.

Was alles einfach angefangen hat, wird nun ein wenig komplexer. Ich werde wohl einige Zeichnungen in das Buch bringen. Karten, um alles ein wenig ansehnlicher zu machen. Die Welt ist schließlich so groß. Wer Lust hat, sich ein wenig mit mir auszutauschen, der kann mir gerne schreiben.

Einige Wochen lebte sie schon hier in der Provence. Vermutlich lebte sich schon länger dort, erinnerte sich jedoch nicht daran.
Blendia gefiel das Leben auf dem Anwesen sehr  gut, auch wenn ihr ständige Kopfschmerzen, sowie die Gedanken an ihre imaginäre Vergangenheit  das Leben schwer machten.
Sie konnte nicht sagen wer sie war und woher sie kam, daher hatte sie sich entschlossen das Spiel zu spielen, dass irgendjemand für sie gelegt hatte.
Eine Gräfin hatte viele Aufgaben. Doch im Laufe der Zeit merkte sie, dass sie vieles beherrschte wovon sie eigentlich nichts gewusst hatte. Zum einen sprach sie mehrere Sprachen. Das Schreiben war ihr nicht fremd. Legte sie die Feder an, so war es, als tanze sie, zusammen mit ihren Fingern über das Pergament. Das Leben am Hofe schien ihr ebenfalls nicht fremd zu sein. Es musste ihr niemand erklären, wie man sich benahm. Und trotzdem schien ihr harte Arbeit nichts auszumachen, im Gegenteil, sie bereitete ihr sogar Freude.
Blendia vernahm schnell, dass sie  ein unbewusstes großes Wissen der Heilkunde besaß. Als sie zufällig durch den Kräutergarten ging, erkannte sie sofort die Pflanzen, die ihre Kopfschmerzen lindern würden.  Auch die Zubereitung der Tees waren ihr nicht unbekannt.
Anfangs hatte sie sich Gedanken darüber gemacht, wieso und weshalb sie solche Sachen wusste, doch irgendwann merkte sie, dass es einiges an Kraft kostete, wenn sie jeden Stein umdrehte und sowieso nichts fand.

Am 16. September im Jahre 1024 heiratete sie den ihr bisher unbekannten französischen Grafen Wolfram von Eschenau.
Es war merkwürdig ein Leben zu leben dass, wie sie glaubte, nicht ihres war. Es fühlte sich falsch an, die Frau von diesem Mann zu sein.  Wolfram war kein schlechter Mann gewesen, im Gegenteil: Er machte ihr den Hof, trug ihr unendlich schöne Gedichte vor und benahm sich vorbildlich.
Doch sie liebte ihn nicht.
Neun Monate später brachte Blendia einen Sohn zur Welt. Lukas.
Doch auch das Kind brachte sie nicht näher zu ihrem angetrauten Mann, im Gegenteil. Lukas entwickelte sich nicht so, wie man es von einem Kind erwartete. Er sprach nicht. Nicht eine Silbe brachten seine Lippen hervor.Er weinte auch nicht.  So entschied Wolfram von Eschenau den Jungen der Kirche zu übergeben, da er fest davon überzeugt war, dass Satan seine Finger im Spiel hatte.
An jenem Tag, an dem die Kutsche den Hof in Richtung  in ein, ihr unbekanntes Kloster, verließ, entschied sich Blendia von Greifenstein, das ihr vorgegebenes Leben selbst in die Hände zu nehmen.
Mit nicht mehr, als sie am Leibe trug, verließ sie das Anwesen und begann ein neues Leben.

Nachdem ich mir die Erlaubnis von der Breuerpresse geholt habe. Veröffentliche ich den Artikel vom 09.12.2011

Hier noch eine kleine Anmerkung:

Ich bin NICHT die Herausgeberin vom Taunus lässt büßen. Die Anthologie wurde 2007 vom Sigrid – Böhme – Verlag herausgegeben.
Ich bin in dort als einer der Autoren einer Kurzgeschichte (Wer zuletzt lacht, lacht am besten)  vertreten.

Die Bücher sind schneller als erwartet bei mir angekommen. Sonntags den Auftrag elektronisch erteilt und schon am Samstag geliefert.

Sehr geehrter Kunde,

 

die von Ihnen bestellte Ware ist unterwegs. Die Sendung wurde am 09.12.2011  mit der Sendungsnummer xxxxxxxxxxxxxx an DHL als DHL Paket übergeben (27,5kg, Empfänger: Manuela Uhing  )

 

Als ich diese Nachricht gelesen habe, dachte ich, es sei ein Scherz. Es hieß doch, am 20.12.2011 soll die Lieferung erfolgen. Dann der Status bei DHL, da wusste ich, dass sie wirklich unterwegs waren… ein verdammt komisches Gefühl!

Wer vielleicht einmal mit gefiebert hat, wenn ein Baby zur Welt kommt, kann vielleicht nachvollziehen, wie ich mich gefühlt habe.
Wie, jetzt schon? Ja, ich wusste bald ist es soweit, doch jetzt? Plötzlich geht alles so wahnsinnig schnell und doch so langsam.

Freitagabend konnte ich beim besten Willen nicht einschlafen. Immer wieder drehte ich mich von einer Seite auf die andere.
Samstagmorgen bin ich unnatürlich früh aufgewacht.
Normalerweise schläft man ja noch mal ein, doch an diesem Morgen, an dem vielleicht die Pakete ankommen sollen, war daran wirklich nicht zu denken.
Ich startete den Rechner und machte eine erneute Statusabfrage: Die Pakete wurden in den Transporter verladen… was bedeutete das? ES KOMMT HEUTE NOCH!
Nervös lief ich auf und ab, schaute aus dem Fenster, ging wieder zur Couch, trank fast eine ganze Kanne Kaffee, lief wieder auf und ab, setzte mich wieder hin, versuchte zu entspannen. Ich nahm gerade einen Schluck Kaffee, als es plötzlich klingelte.

Kennt ihr die Zalando- Werbung? So bin ich aufgesprungen und habe wirklich aufgeschrien.
Blitzschnell bin ich zur Tür und fragte vorsichtig nach. Es hätte ja sein können das es gar nicht DHL war. „DHL – ich habe hier drei schwere Pakte, soll ich die hochbringen?“ Was für eine Frage??? Natürlich! „JAAAAAA!“ , sagte ich, völlig überdreht. Nun, als ich den Paketmann gesehen habe, musste ich nicht mehr an ZALANDO denken, was man wirklich nachvollziehen kann. Der arme Mann musste drei Mal mit der Sackkarre Pakete hochwuchten. Ich hab mich wirklich sehr schlecht gefühlt. Aber er wollte sich nicht helfen lassen.
Hoffentlich hat ihm das Trinkgeld wenigstens ein wenig getröstet.

Dann waren sie da: Meine Bücher – meine Gedanken – das größte Projekt, abgesehen von meinen Kindern.

Ich wollte es gleich aufreißen, doch ich wurde gestoppt. HALT; erst ein Foto…
Dann endlich; öffnete ich das erste Paket.

Die junge Frau öffnete schwer die Augen. Ihr Kopf schmerzte fürchterlich, und die ersten Bilder, die ihre Augen wahrnahmen, verschwammen zunächst. Irritiert blinzelte sie. Schwerer Rauch, gepaart mit dem Geruch von ebenso wuchtigen Wein lag in der Luft. Sie rieb sich ihre Augen und versuchte sich erneut ein Bild ihrer Umgebung zu machen. Die Wände waren aus Stein, auf dem Boden lag Stroh. Sie hörte das Knistern eines Feuers. Ja, es musste irgendwo ein Feuer brennen, denn erst jetzt bemerkte sie die wohltuende Wärme. Wie ist sie hier her gekommen? Wo war sie? Und vor allem: Wer war SIE? Ihr Kopf schmerzte. Instinktiv glitten ihre Hände zu diesem und massierten die schmerzende Stelle.

Nun hörte sie Stimmen die immer näher kamen.  „Oh, Mademosielle Greifenstein, Ihr seid erwacht, wie schön! Greifenstein?“ Die Dunkelhaarige sah sich irritiert um. Außer ihr war niemand da. War sie mit Greifenstein gemeint? Nun nahm die Stimme Gestalt an: Eine ebenso junge Frau stellte ein Tablett auf einem kleinen Tisch ab, und schenkte eine rote Flüssigkeit aus einem Krug in einen Holzbecher. Diesen reichte sie der verwirrten Frau. „Danke,“ sagte sie, nachdem sie einen vorsichtigen Schluck gewagt hatte.

Schwerer Wein, dachte sie als sie einen erneuten Schluck nahm. Der Wein tat gut im Hals. Sie schien wohl eine Weile nichts mehr getrunken zu haben. Wieder fragte sie sich, was geschehen war.  Als sie an sich herab blickte, sah sie, dass sie ein prächtiges Kleid trug, konnte sich aber nicht daran erinnern es angezogen zu haben. Sie konnte sich überhaupt an NICHTS erinnern.“Wo bin ich?“, fragte sie. „Wo Ihr seid? Auf Eurem Anwesen, auf Greifenstein in Burgund Mademoiselle Greifensein.“ Anwesen? In ihrem Kopf schienen hundert Pferde zu galoppieren. „Wer bin ich?“ Nun schien die andere Frau, die wohlmögliche einer ihrer Dienerinnen war, verwirrt zu sein. „Wer Ihr seid? Ihr seid Blendia von Greifenstein, Freiherrin von Greifenstein, Verlobte des Grafen Wolfram von Eschenau.“

Blendia wurde es schwarz vor Augen. Nichts von dem was man ihr eben gesagt hatte, verstand sie.

Wieso wusste sie nicht wer sie war? Sie hatte keine Erinnerungen an ihre Vergangenheit oder an sich selbst? Erst jetzt bemerkte Blendia, dass sie von der anderen Frau immer noch angestarrt wurde. Nun, wenn sie weiter einen verwirrten Geisteszustand preisgab, dann wusste sie nicht, was man mit ihr machen würde. Jetzt schien es ihr recht gut zu gehen, als Blendia. Sie dürfte sich nichts anmerken lassen. Vielleicht würden ihre Erinnerungen zurück kommen. Oder irgendetwas würde zurückkommen. „Natürlich, wie konnte ich das vergessen. Ich bin wohl zu sehr aufgeregt, wegen der bevorstehenden Hochzeit.“ Die Magd lächelte und verschwand wieder nach draußen.

Blendia´s Hals schnürte sich. Hochzeit… mit wem? Sie kannte ja nicht einmal sich selbst. Vorsichtig strich sie über ihr Gesicht. Wie sie wohl aussah? Es fühlte sich zart an. Ihre Fingerspitzen glitten zu ihrem Haar, das hochgesteckt war. Sie löste die Klammern und sofort fiel das schwarze Haar auf sie herab. Erleichtert fuhr sie mit den Fingern durchs Haar, und verharrten an einer schmerzende Stelle am Kopf. An ihrem Hinterkopf war eine dicke Beule. Daher kamen die Kopfschmerzen.

Blendia legte sich zurück. Wie es aussah, hatte sie ihr Gedächtnis verloren. Ihre Beule am Hinterkopf könnte dafür Verantwortlich sein.

Abgesehen von ihrer bevorstehen Hochzeit, mit einem Mann den sie nicht kannte, hatte sie eine Menge vor: Sie musste herausfinden wer sie war.

Ein wichtiger Teil in meinem Leben als Autorin, ist das Rollenspiel.

Jetzt stellen sich viele unter Rollenspiel etwas „lebendiges“ vor. Dabei ist das Einzige was lebt, meine Vorstellungskraft.
Wer schon einmal Pen and Paper gespielt hat, wird sich da vielleicht reinversetzen können. Aber das Rollenspiel was ich mache, ist noch mal anders. Natürlich müssen ein paar Sachen vorgegeben werden, sonst wäre es ja alles sehr verwirrend. In meinem letzten Fall war Europa im Jahre 1000 vorgegeben. Alles was vor dem Jahr 1000 geschehen ist, kann man verwenden. Doch ab 1000 schreiben die Spieler die Geschichte selber.

In dem besagtem Rollenspiel schreibt man in einem Forum.

Und damit man nicht den Überblick verliert, findet man viele „Geschichten“ im Forum. Eine von diesen Geschichten werde ich hier erzählen…

Nachdem ich nun Kleinunternehmerin bin, ein Buch geschrieben und in den Druck gegeben habe, warte ich auf das Ergebnis.

Es ist schrecklich mit ansehen zu müssen, wie sich der Status: „Produktion läuft“, nicht ändert.

15 lange Tage und ebenso viele Nächte soll ich nun darauf warten, bis ich mein Buch endlich bekomme? Ich kann nur hoffen dass man den Versand schon mitgerechnet hat.
15 Tage… wie konnte ich 7 Jahre darauf warten?

Ich sollte die „freien“ Tage nutzen um einmal durch zu atmen, mich ein wenig von den zahlreichen Abenteuern, die ich schließlich geistlich mit Svenja erlebt habe, zu erholen. Doch das mag mir einfach nicht gelingen. 15 Tage und Nächte, in denen ich keine Ruhe finden werde…

Letzte Nacht habe ich geträumt, dass eine völlig alte Version in den Druck, und sogleich in den Verkauf gegangen ist.  Ich bin schweißgebadet aufgewacht!

Eigentlich habe ich ja genug zu tun: Arbeiten, Kinder, Haushalt, einen schmollenden Ehemann und… einen Nähkurs… warum also bin ich so aufgewühlt?

Eben, während ich die Post für mein kleines Unternehmen weggebracht habe, ist mir die Antwort gekommen: Die Seelenwelt wartet auf mich.

Ich werde mit dem zweiten Teil beginnen…

Ich hatte ein komisches Gefühl im Bauch, als ich gegen 20.00 Uhr den Schalter „Druckauftrag“ betätigt habe.

War es nun auch die richtige, also die fertige Datei, die ich hochgeladen habe? Ein leichte Anflug von Panik durchfuhr mich. Tief atmete ich durch: Egal, es war hochgeladen. Es kann ja gar keine andere Datei sein. Ich klickte auf „Auftrag bestätigen“ und das komische Gefühl ließ immer noch nicht von mir ab.  Was ist, wenn immer noch Fehler drin sind?

Ich kam zu dem Entschluss, dass gewiss noch einige Fehler, seien es Komma- oder Rechtschreibfehler, im Buch vorhanden sind. Doch ich gestand mir auch ein, dass ich mein Bestes getan habe… Irgendwann muss man auch mal loslassen, und das habe ich getan.

Wenn jemand krank wird, dann verabreicht man ihm Medizin. Nun, mein Buch bedurfte vieler Säfte und Pillen. Genaugenommen hat es mehr als fünf Dutzend davon erhalten.

Doch wie ich schon in meinem Buch schreibe, hat alles im Leben seine guten Seiten: Ich fand Stellen, die ich noch einmal bearbeitet habe. Um diese Metapher noch ein wenig auszuführen; mein Buch hat, meiner Meinung nach, jetzt die Idealfigur, nachdem es unnötige Pfunde während der Krankheit verloren hat.

Wenn sich die Scheidungsraten in der nächsten Zeit erhöhen, dann ist in zwei Fällen der Patient „Seelenwelt“, Schuld.  Mein Schwiegervater und ich haben bis spät in die Nacht hinein Korrekturen vorgenommen. Wieder vergaß ich die Welt um mich herum und tauchte, dieses Mal mit meinem Schwiegervater, in die Seelenwelt ein.

Doch es hat sich gelohnt: Der Patient ist geheilt!

Mein Herz schlug ungleichmäßig. In meinen Händen hielt ich die Gedanken, Ängste und Gefühle der letzten Jahre, wenn nicht gar aus meinem ganzen Leben.

Aufmerksam las ich die ersten Seiten. Ich habe mein Buch bestimmt schon neunundneunzig Mal gelesen, und doch, schien es mir  anders.

Ich tauchte in die Welt von Svenja ein, las sorgfältig Zeile für Zeile und dann: FEHLER!
Was machte ein Fehler in meinem Buch??? Ich biss die Zähne zusammen. Na ja, ein Fehler kann ja nicht soooo schlimm sein. Man wird ihn mir verzeihen.

Vorsichtig las ich weiter.

Es war, als hätte sich der dicke Nebel, der mir am Morgen die Sicht auf den Feldberg  genommen hatte, auf mein Buch gelegt. Nun schien er sich zu lichten: Ich fand weitere Fehler. Wie konnte das sein? Wie viele Leute hatten „Probe“ gelesen? Wie Bazillen hatten sich Grammatik-, Komma- und Verständnisfehler eingeschlichen.

Ich nahm einen Collegeblock und begann die Fehler, die immer mehr wurden, aufzulisten. Die Seite füllte sich. Ganz klar: Mein Buch war von bösartigen Grammatikbazillen befallen. Als ob das nicht schon gereicht hätte, klingelte am Abend das Telefon. Mein Schwiegervater hatte parallel das „fertige Buch“ gelesen. Seine Diagnose war noch niederschmetternder: Zu meinen, ohnehin schon vielen „Viren“, hatte er noch viel mehr gefunden. Mein Buch musste in die Quarantäne…

Was sollen die Leute von mir denken? Ich bin etwa einhundert Mal ans Küchenfenster gegangen, um nach den Briefträger zu schauen. Doch außer einer undurchsichtigen Nebellandschaft, habe ich nichts gesehen. Als ob das nicht gereicht hätte, bin ich etwa zehn Mal zum Briefkasten gegangen. Vielleicht hatte ich ihn ja verpasst? Natürlich starrte ich in einen leeren Briefkasten.

Als ich dann los zur Arbeit wollte und noch einmal, eher routinemäßig in den Briefkasten sah, lag er dann drin – der langersehnte Probedruck. Ärgerlich, wirklich sehr ärgerlich, denn so musste ich zur los, ohne den Umschlag vorher geöffnet zu haben.

Den ganzen Arbeitstag ließ mich der Gedanke an das Probeexemplars nicht los. Zuhause wartete etwas auf mich: Etwas, was zwar viele Jahre gewartet hat, und trotzdem jetzt sofort angesehen werden wollte. Ich nervte Kollegen, die vermutlich das Thema „Buch“ nicht mehr hören konnten, und verrichtete nervös meine Arbeit.

Dann hatte ich Feierabend. Der Nachhauseweg kam mir unendlich lang vor. Schleppend und außer Atem, öffnete ich die Haustür und stürmte auf den Poststapel. Mit zittrigen Fingern öffnete ich den Umschlag…

Heute stelle ich zum ersten Mal mein Buch der Öffentlichkeit vor. Um 15:30 Uhr habe ich einen Termin in der hiesigen Buchhandlung.

Ich soll erzählen, was ich mit meinem Buch sagen will. Oh, ich will eine Menge damit sagen. Ich will sagen: Mensch Leute, hört einander zu! Genießt jeden Augenblick mit liebenden Menschen. Seid froh darüber was ihr habt. Seid zufrieden! Wenn ich das so lese, dann komme ich mir vor, wie ein Prediger. Doch ich will keine Predig halten. Ich will in meiner Geschichte sagen, dass wir einander sehen und lieben sollen – und das nicht nur zu Weihnachten.

Ich will sagen; geht niemals mit einem Streit auseinander! Versucht Unklarheiten vorher zu bereinigen. Tauscht euch untereinander aus, sagt was ihr fühlt.

Am 28. 11. 2011 habe ich der Druckerei den Auftrag gegeben mein Buch zu drucken.

Wenn man eine Geschichte seit vielen Jahren im Kopf hat, sie aufgeschrieben und immer wieder bearbeitet hat, dann ist es ein seltsames Gefühl, diese Geschichte loszulassen.
Endgültig! Viele Menschen werden das Gedruckte lesen. War es der richtige Zeitpunkt sie jetzt zu drucken? Sollte man nicht das eine oder andere ausbessern?

Wenn ich es beschreiben soll, wie es sich anfühlt, dann kann man es mit einem Kind beschreiben.
Man liebt es, zieht es groß, freut und ärgert sich darüber. Am Ende ist es erwachsen und man ist stolz. Dieses Kind dann gehen zu lassen, fühlt sich komisch an.
Doch dann weißt man, es ist an der Zeit loszulassen, es muss hinaus in die Welt… es muss unter die Leute…

Bald wird sich herausstellen ob mein „Baby“ reif genug für die Welt ist… und vor allem… ob die Welt reif genug für mein Buch ist.

Bevor mein Buch in den Druck geht, wollte ich ein paar Feinarbeiten einbauen.
Am 25. November 2011 gab ich meinem Schwiegervater die vom Lektor überarbeitete Version.

am 24. November 2011 reichte mir mein Lektor seine Arbeit ein. Er hat phantastische Arbeit geleistet!

Ich weiß nicht, was sich mein Lektor im Laufe seiner wochenlangen Arbeit gedacht hat. Vielleicht will ich es auch gar nicht wissen.

Jedenfalls sah mein Manuskript wirklich gut aus, als er es mir zurückgegeben hat.

Ich benutzte häufig das Wort „Mädchen“. Er hatte es häufig  gestrichen. Welch Glück.
Später habe ich es gänzlich aus dem Buch genommen.

Schön fand ich, dass er >>Wörtliche Rede<< so dargestellt hat. Die Anführungsstriche waren ganz schön langweilig.

Meine Gedichtversuche waren meiner Meinung nach sehr unschön. Nachdem er sein geschicktes Händchen hat drüber fahren lassen, klangen selbst diese nett.

Ich habe ihn ganz schön genervt, das weiß ich. Ich hoffe er verzeiht mir.

Vielen lieben Dank für die gute Arbeit!

Sobald die letzten Korrekturen durch sind, geht es ab in den Druck …
Haltet Ausschau nach ISBN: 978-3-00-036784-7 (Hoffentlich findet Ihr mich bald auch hier):

Kurz vor dem Ziel habe ich ernsthafte Zweifel, ob ich mein Buch wirklich drucken lassen soll. Hin und wieder rede ich mit meinem Lektor. Er sagt nicht viel. Bedeutet das nun was Gutes oder was Schlechtes?
Ich träume nachts davon, dass ich viele Menschen enttäusche mit meiner Geschichte.
Was ist, wenn es nicht gut genug ist? Was ist, wenn ich von negativen Kritiken zerpflückt werde?
Ich habe Angst!

Es ist etwas völlig anderes als meine vielen Rollenspielbeiträge.  Die Community in Ritterheere kennt mich; sie verzeihen mir den einen oder anderen Fehler. Sie überlesen den einen oder anderen Post, der vielleicht nicht gerade spannend geschrieben ist. Doch wie ist das in einem Buch? Legen sie es einfach zur Seite und denken sich; warum hab ich mir so einen Blödsinn nur gekauft?

Ich habe mir die ersten Seiten noch einmal durchgelesen. Ich kenne sie auswendig… und ich finde plötzlich dass sie sehr langweilig sind. Sollte ich es noch einmal ändern? Doch wenn ich den Anfang ändere, dann muss ich auch den Rest ändern. Ich denke sehr viel nach…

Mein Grafiker ist mit dem Cover fertig und hat zu meinen Ideen gute Vorschläge einfliessen lassen.

Meine erste veröffentlichte Geschichte möchte ich Euch nicht vorenthalten.
Ich habe eine der 11 Kurzgeschichten verfasst:

Kurzbeschreibung

Des Taunus böse Seiten – 11 Krimikurzgeschichten aus regionaler Feder geflossen

Der Verlag über das Buch

Angst und Schrecken greifen im idyllischen Taunus um sich: Raffinierte Raubüberfälle in Niedernhausen, heimtückische Morde in Idstein oder ein geheimnisvolles Verbrechen in Hofheim. Werden diese und andere unrühmliche Taten eine angemessene Buße erfahren?

Der Sigrid Böhme Verlag veröffentlicht die 11 besten und originellsten Geschichten, die im Rahmen des Kurzkrimiwettbewerbs eingereicht wurden.

Aufgeregt griff Svenja zum Hörer und wählte hastig eine Nummer. Am anderen Ende der Leitung ertönte eine leise Stimme. „Ja?“

„Benjamin, ich bin es. Komm schnell rüber, ich habe Neuigkeiten!“
Benjamin verzog das Gesicht und sprach noch leiser als zuvor, damit niemand etwas von ihrem Telefonat mitbekam.

„Ich kann nicht, Svenja, ich muss erst essen!“

„Aber danach, beeil dich!“
Ohne dass der Junge darauf antworten konnte, unterbrach das Mädchen die Verbindung.

Mit einem zufriedenen Lächeln lehnte es sich in dem bequemen Schreibtischstuhl zurück.

Endlich, dachte Svenja freudig.

Sie richtete sich kurz auf und betätigte ein paar Klicks der Tastatur auf dem Schreibtisch, worauf eine harmonische Melodie den Raum erfüllte.

Sie schloss die Augen und genoss den Moment des Glücks und das zufriedene Gefühl, welches sie umgab. Ja, sie hatte es geschafft. Ein halbes Jahr hatte sie gebraucht, und nun war sie an ihrem Ziel. Ziel konnte man es eigentlich nicht nennen, es war ein Anfang, der Anfang ihrer Abenteuer.

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